Déjà vu – die fünfte!

Die vereinseigene Veranstaltungsreihe hat die Sommerpause überlebt.
Am 19. Oktober war der Berliner Puppengestalter Günther Weinhold im café p. zu Gast.


Die Puppen, die er im Gepäck hatte, feierten Wiedersehen mit einigen ihrer Kollegen aus den 15 Inszenierungen, die Barbara und Günther Weinhold für unser Theater ausgestattet haben.
Die Auswahl aus den 1600 Weinhold- Figuren, die für viele Puppentheater bisher entstanden, war nicht zufällig, sie gab Auskunft über Historie, Materialien, Formenvielfalt, erlebtes Leben und viele Geschichten über Kunst und Künstler – im pointierten Zwiegespräch mit Elke Schneider.
  Mussten wir bei den ersten 4 Déjà-vus zusätzliche Stühle ins Café stellen, war der Besuch trotz Schnitzerteller und Aladins Lieblingssalat von Just-Catering mager. Schade für den, der Weinhold verpasst hat!

Ereignis- reich

Der Spielzeitbeginn im Puppentheater war fulminant: umjubeltes Dresden-Gastspiel mit „M“, erfolgreicher „Froschkönig „als erster Soloabend der Puppenspielerin Jana Weichelt, tolles Infotainment in der Berliner Sachsen-Anhalt-Vertretung der Landesregierung in Vorbereitung des „M“- Gastspiels Anfang November am Berliner Ensemble, begeistert aufgenommene Premiere von „Meet me in Moskau“ ( Regie : Roscha Saìdow, seit Spielzeitbeginn artist in residence am PTM, Spiel: Claudia Luise Bose, Anna Wiesemeier,Freda Winter) – kann so weitergehen!
(es)

Rückblick und Ausblick

Nach einer ereignisreichen Spielzeit und der Hofspektakelserie „Gott“ geht das Puppentheater in seine wohlverdienten Theaterferien.
Die Gemeinschaftsproduktion zwischen Puppentheater und Telemania 2017 , „Don Quichotte“, wurde von Vereinsmitgliedern ebenso gern wahrgenommen wie das anschließende Grillen.
Auch die hochprofessionelle, temporeiche Inszenierung des Woody Allen -Stückes „Gott“, mit Komik, Hintersinn und Reichtum an szenischen, bildnerischen und darstellerischen Einfällen (Regie:Moritz Sostmann) war ein würdiger Abschluss unserer Vereins-Saison 2016/ 2017.
Der Vorstand bedankt sich bei allen Vereinsmitgliedern für die personelle und finanzielle Untrrstützung “ unseres“ Puppentheters, besonders bei den Museumsbegleitern für die zahlreichen ehrenamtlichen Führungen durch die Villa p.
Auch in der neuen Spielzeit gibt es es wieder interessante Projekte.die unsere Mitwirkung brauchen.
Wir zählen auf Sie!
Good news: „Deja vu „geht weiter,am 19.10. und am 23. 11. sind die nächsten Termine .
Zunächst jedoch:
Eine schöne Sommer- und/ oder Urlaubszeit Ihnen allen
wünscht

Der Vorstand

Achtung: Kann Spuren der Bibel enthalten

Premiere im April:

Die legende vom anfang –
ein Schöpfungsexperiment
von Astrid Griesbach und Lennart Morgenstern

Hier muss içh mal den Programmzettel zitieren:
(Dramaturgie:Stephanie Preuß)
Schöpfen…
…das ist nicht nur eine aufregende, sondern auch eine anstrengende Angelegenheit – diese Erfahrung muss auch Gott machen. Nie kann man es allen recht machen, manche Schöpfungen erweisen sich als Blindgänger, und wäre das nicht schon aufreibend genug, mischt sich auch noch dieser Lutz Ifer ein! Wie soll denn so die neuerschaffene Welt in Perfektion erstrahlen?
Schöpfen und Schaffen, das schreit nach Puppentheater! Wir lassen mit Hilfe alltäglicher Kuriositäten die Geschichten des Buchs der Bücher voller Irrungen, Wirrungen, Geboten, Verboten und Chaos lebendig werden. Nichts ist naheliegender, schließlich sind diese Erzählungen seit Jahrtausenden Teil unseres kulturellen Erbes. Das hat einen guten Grund,handeln sie doch von Liebe, Verrat, Neid – Gefühlen, die zu jeder Zeit unser Leben begleiten.

Kurz und umfassend beschreiben diese Worte die Herangehensweise des Inszenierungsteams an das Buch der Bücher.
Mit respektvoller Respektlosigkeit werden Fragen nach der Entstehung der Welt beantwortet, die so vermutlich noch keiner gestellt hat.
Außer dem Freak, der auf dem Dachboden seiner Kinderzeit mitsamt den alten Spielsachen und allerlei Vintageplunder wiederbegegnet und damit eine verrückte, aber in ihrer unbekümmerten Widersprüchlichkeit schlüssige Interpretation der
Schöpfungsgeschichte „schöpft“.
Alle Gegenstände bekommen in dieser Geschichte eine Funktion,die mit ihrer ursprünglichen Bestimmung nicht mehr viel zu tun hat. Winkekatze wird Geldgott, Plastikpüppchen sind das Volk auf der Suche nach dem gelobten Land, der Arm des Spielers ist selbstredend ein Dino, und die Texte sind so mehrschichtig und voller Anspielungen, dass man aufpassen kann, soviel man will, irgend etwas bekommt man vermutlich erst beim zweiten Hinsehen mit.
Für nicht bibelfeste Menschen ab 9 bleibt in der ersten Ebene aber genug Spaß und Stoff für Fragen, mit denen sie Eltern und Lehrer in die Bredouille bringen könnten.
Die Aufführung ordnet sich auf ganz eigene Art als Soloabend des Spielers Lennart Morgenstern in die Reihe anderer Projekte ein, mit denen die Puppenspieler des Hauses ihre persönlichen Herausforderungen als Spieler, Regisseure, Autoren, Ausstatter suchen und finden können.
Es ist schön zu sehen, dass ein Ensembletheater Raum für künstlerische Individualität zu schaffen sucht und dabei den Spielern kompetente Partner zur Seite stellt, in diesem Fall Prof. Astrid Griesbach, Dozentin und Regisseurin, für deren unorthodoxe
Sichtweise auf literarische Stoffe es ja in Magdeburg bemerkenswerte Beispiele (Faust , Untertan…) gibt.
Dem teamwork des Abends verleiht die Ausstatterin Lisette Schürer eine eigene Note , besonders in der Gestaltung des Spiel-Raumes zwischen Begrenzung und Phantasiewelt.
Da fällt mir auf, dass sich auch im szenografischen Bereich am Puppentheater Magdeburg eine große Weiterentwicklumg vollzogen hat. Die Bühnenräume haben sich endgültig von ihrem Schattendasein als Puppenumgebung emanzipiert und zu einer schönen, eigenen Sprache gefunden.
Alles in allem: großer Spaß mit Hintersinn, und für mich schön anzusehen, wie ein Puppenspieler nicht nur handwerklich bewältigt, sondern intellektuell durchdringt, was er mir mit-denkendem Zuschauer als Angebot unterbreitet.
Der rasante Kampf mit der Tücke der Objekte vertrüge noch einige wenige absichtsvoll kontrastierende Ruhepunkte, aber das wird sich bestimmt im weiteren Verlauf der Vorstellungen ergeben.
Eine Frage treibt mich um: woher hat Frau Schürer die vielen scheußlich – schönen Wäschepuffs?

E.S.

Mitgliederversammlung 2017

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Wolf-Dieter Schwab, in der insbesondere der Intendant Michael Kempchen und unser Gast Zain Akash genannt werden, stellt er die Beschlussfähigkeit fest, da 25 stimmberechtigte Mitglieder zu Beginn anwesend waren.

In seinem Bericht zum Jahr 2016 nennt der Vorsitzende u.a. folgende Aktivitäten:die sehr erfolgreiche  „Déjà-vu“-Reihe mit Elke Schneider, die einen tollen Blick in die Geheimnisse der Puppenspielkunst mit Gründen, Hinter- und Abgründen im backstage Leben von Puppen und deren Spieler gewährte.

Im vergangenen Jahr wurde dieser Abend viermal mit folgenden Themen durchgeführt:

Februar         „Was essen Puppen“

März               „Der Ton macht die Musik“

April               „Pole Poppenspälers Erben“

Mai                 „Kasper und Friends“ (Faszination Handpuppenspiel)

Am Figurentheaterfestival beteiligte sich der Verein finanziell und mit einem Pizzastand, wofür der  Vorsitzende spricht seinen Dank an unseren Sponsor und Vereinsmitglied Firma HASA aus Burg aus und dankt auch allen Helfern und den Organisatoren Elke Schneider und Uta Wilkmann.

Darüber hinaus gab es weitere Angebote,  z.B.  die Vereinsvorstellung des Hofspektakels „Viel Lärm um Nichts“, die Weihnachtsfeier im Theater Magdeburg,Einladung zu Premierenfeier, Ausstellungseröffnungen, etc. Die Resonanz dieser Veranstaltungen war sehr durchwachsen.

Ein Austausch mit anderen Förder-Vereinen hat stattgefunden, (u.a. gemeinsamer Internetauftritt) und die gemeinsamen Veranstaltungen mit dem Theaterverein MD mit Michel Redlich haben sich bewährt.

Geförderte Projekte 2016 waren u.a.  Zuschuss des Vereins für das Figurentheater-Festival, Unterstützungsleistungen für den Puppenspielclub, Öffentlichkeitsarbeit (Porto, Spielzeithefte, Eintrittskarten, etc.), Premierenfeiern, Ausstellungseröffnungen.Der Vorsitzende dankt allen Sponsoren, so SWM, Stadtsparkasse, Lotto-Toto, Mercedes Benz (VM Astrid Stolze), der Fa. HASA und den Vereinsmitgliedern, die über den Jahresbeitrag hinaus gespendet haben.

Herr Richter war wieder mit seinem PT-Archiv aktiv:

Nachruf Peter Kaye (u.a. auf der Internetseite)

Traditionelles Schatten- und Stabfigurentheater aus Indonesien (wayang-kulit bzw. wayang-golek), eine Ausstellung in der Stadtbibliothek Magdeburg,

Das Puppenspiel  vom Dr. Faust, Leihgaben und Dokumentation zur Sonderausstellung in der villa p.

und Beiträge für Fachzeitschriften.

Die Internetseite wird inhaltlich betreut durch Elke Schneider, wofür ihr der Vorsitzende seinen Dank ausspricht.

www.puppentheaterverein-md.de

Im laufenden Jahr wird dieVeranstaltungsreihe von und mit Elke Schneider: Déjà vu im Cafe p. wird fortgesetzt. Die geplanten Themen sind:

-„Wie machen die denn das ?“ Herstellung der Puppen

–  Puppen in Literatur und Film

–  Puppen im Musiktheater

-„Das Liebensleben der Puppen“

Bereits geplant sind zwei Vorstellungen für die Vereinsmitglieder:

18.06.2017    „Don Quichotte“ mit anschl. Grillen im PT-Hof

25.06.2017    Vereinsvorstellung Hofspektakel

Der Schatzmeister stellt die Jahresrechnung und den Haushaltsplan 2017 vor und erläutert beides. Aus der Sicht der Kassenprüfer gab es keinerlei Beanstandungen der Rechnungsführung für den Verein, so dass der Vorstand entlastet werden konnte.

Die Amtszeit des Vorstandes ist abgelaufen, so dass eine Neuwahl erforderlich wurde. Alle Vorstandsmitglieder stellten sich zur Wahl, so dass der bisherige Vorstand auch der neue Vorstand ist. Gleiches gilt für die Kassenprüfer, die ebenfalls wieder gewählt wurden.

Der Intendant des Puppentheaters, Michael Kempchen, gab neben dem Jahresrückblick auf eine erfolgreiche Spielzeit auch einen Ausblick auf die kommende Spielzeit und berichtete über Pläne für neue Projekte. Er dankte dem Verein, insbesondere dem Vorstand für die Unterstützung.

Unter dem Titel  „Die Kulturlandschaft in Syrien“ gab Zain Akash, der vom Vorstandsmitglied Uta Wilkmann vorgestellt wurde, in einer Art Interview Einblicke in die syrische Theaterlandschaft, die sich gravierend von der deutschen unterscheidet. Zwar gibt es in Damaskus ein Opernhaus und in den größeren Städten Theater, aber das Interesse der Bevölkerung an Vorstellungsbesuchen ist eher gering, nicht nur in der aktuellen Situation, auch vorher. Es werden wenige internationale Stücke inszeniert, überwiegend werden Stücke syrischer Autoren aufgeführt. Von den Schulen organisierte Theaterbesuche gibt es nicht, sie beruhen ausschließlich auf privater Initiative. Das Interesse für das Kino, internationale Filme ist wesentlich größer.Zain Akash ist seit 2015 in Deutschland. Derzeit absolviert er die Deutschprüfungen für die Hochschulzulassung, für die wir ihm viel Erfolg wünschen.

Veranstaltungshinweis

Im Rahmen der INITIATIVE OFFENE GESELLSCHAFT findet am
7.6.2017 um 20 Uhr im Saal des Puppentheaters eine Podiumsduskussion mit prominenten Vertretern aus Politik,Kunst,Religion und Wissenschaft statt.
Thema: Faktischer Kulturverlust – postfaktische Gesellschaft ?

http://www.puppentheater-magdeburg.de/inszenierung/die-offene-gesellschaft/